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MI 07 12 16 20:30h, Bar3000 offen ab 17h, Eintritt frei
Bukowski: Konzert: Viruuunga (CH), DJ Tischlampenfieber in der Bar3000

Das Schweizer Psyche Duo mit den üblichen repetitiven, tight gespielten Rhythmen und schweren Basslinien präsentiert in der Bar3000 eine heruntergestrippte Akustik Show. Im letzten Sommer durften sie die Bühne mit Endless Boogie teilen, deren Drummer Harry Druzd auch schon mit ihnen herumexperimentierte.

Links:
 
07 12 16
Viruuunga

MI 07 12 16
Bukowski: Konzert: Viruuunga (CH), DJ Tischlampenfieber in der Bar3000


08 12 16
Marcel Dettmann, Wandler

DO 08 12 16
DOSCI: Marcel Dettmann (MDR, Ostgut, Berlin), Wandler (ZH)


09 12 16
Black Belt Academy ft. Manuel Fischer

FR 09 12 16
Ozelot Ltd.: Black Belt Academy ft. Manuel Fischer, Prioleau, Abdel Hady, Jack & Stella


10 12 16
Feathered Sun

SA 10 12 16
Feathered Sun: Feathered Sun live (Peru, Berlin), Luke Redford (Eisbär)


14 12 16
Nic Gyalson

MI 14 12 16
Bukowski: Konzert: Nic Gyalson (Tessin), DJ Carlo Cannone in der Bar3000


15 12 16
Dejan & Kalabrese

DO 15 12 16
DOSCI: Dejan & Kalabrese


16 12 16
Wareika

FR 16 12 16
Platte International: Wareika live (Perlon, Visionquest, Hamburg), Peter Schumann (Kater Blau, Berlin), M.A. (ZH)


17 12 16
TBD

SA 17 12 16
Ellen Allien: ABGESAGT: Ellen Allien (Bpitch Control, Berlin), Louh, Patrischa, EKR DJ Set


19 12 16
Comedy in der Zukunft

MO 19 12 16
Comedy in der Zukunft: Lara Stoll, Renato Kaiser, Reto Zeller, Moderation: Pony M.


20 12 16
THE BEAR

DI 20 12 16
THE BEAR: THE BEAR live


21 12 16
Tatum Rush

MI 21 12 16
Bukowski Dance feat. 118 BPM Blues: Tatum Rush live, MTDF & Momo Love


22 12 16
Washerman & Ron Shiller

DO 22 12 16
DOSCI: Washerman (Deep Down Slam, ZH) & Ron Shiller (Drumpoet, Phantom Island, ZH)


23 12 16
Molly Nilsson

FR 23 12 16
Bukowski & Spezialmaterial: One Night Before Christmas: Molly Nilsson, (Night School Records, SE), Sean Nicholas Savage (Arbutus Records, CAN), Afterparty with Light of Other Days-DJs (Zürich)


24 12 16
Jimi Jules & Kalabrese

SA 24 12 16
Jules et Spatz Christmas: Jimi Jules & Kalabrese


28 12 16
Così e Così

MI 28 12 16
Bukowski: Konzerte: Così e Così (CAN), MoreEats (LI), DJ Ms. Hyde, in der Bar3000


29 12 16
Definition & Dragon Suplex

DO 29 12 16
DOSCI: Definition & Dragon Suplex


30 12 16
Idealist

FR 30 12 16
Futura: Idealist live (Idealistmusic, ZH), Timnah Sommerfeldt (Radio Ghost Town, BS), Eli Verveine (Tardis Rec., ZH)


31 12 16
Ripperton & Quarion

SA 31 12 16
Hello 2017: Ripperton (Tamed, Maeve, Innervisions, Lausanne), Quarion (Retreat, Drumpoet, Berlin), Alex Dallas (Zukunft Rec., Drumpoet, ZH)


 
 

Marcel Dettmann verkörpert wie kein anderer DJ Berlin als Technostadt. In seinen Sets und Produktionen verschmilzt eine archaische Rohheit mit einer optimistischen Lebensbejahung. 

Ein anderer Ton, eine andere Energie

Als Resident des Berliner Berghain steht Marcel Dettmann wie kein anderer DJ der Stadt für den Aufbruch der zweiten Berliner Technogeneration der Nullerjahre. Das Berghain wäre ohne den DJ mit den kantigen Gesichtszügen und der Wikingermähne nicht das, was es heute ist. Und Dettmann wäre ohne das Berghain aller Wahrscheinlichkeit auch nicht der Musiker, als den wir ihn heute lieben und bewundern. Ab 2005 entwickelte er - inspiriert durch den einzigartigen Raum in dem ehemaligen Kraftwerk - gemeinsam mit Ben Klock einen langsamen, schweren Techno Sound, der mit seinen gewaltigen Bässen und sphärischen Flächen das gesamte Klangspektrum ausfüllt. Schnell wurden diese Tracks als Berghain-Techno bekannt und prägten die Musik der letzten zehn Jahre wie keine andere Strömung.

Ursprünglich waren sie aber nicht als stilistischer Blueprint gemeint, sondern eine Reaktion auf den einzigartigen Ort und auf den Zustand von Techno in dieser Zeit. Der damals vorherrschende Minimal Sound hatte die Musik in einer Art Selbstbesinnung auf das Wesentliche, auf Rhythmus und Bass, reduziert. Mit der Zeit wurde aber deutlich, dass in diesem Reduktionsprozess die Kontexte, der Klangreichtum und die Geschichte der Musik verloren gingen. So erkannte Dettmann vielleicht noch mehr als die anderen Berghain-Residents, dass an diesem Punkt eine Rückbesinnung auf die neunziger Jahre unverzichtbar war. Dettmann kehrte aber nicht in die Vergangenheit zurück. Vielmehr fasste er die Sounds und die allgemeine Drastik der Neunziger mit einer Sensibilität ins Auge, die ebenso von der Minimal-Schule und ihrem präzisen Umgang mit den Klängen geprägt war wie von der allgemeinen, verhaltenen Stimmung der 2000er.

So ist der Berghain-Techno bis heute eine Bezugsgrösse für zahllose Musiker auf der ganzen Welt. Und noch mehr als durch die ursprünglichen Releases auf dem Berghain Label Ostgut Ton hat sich dieser Clubsound durch seine Nachahmer zu einer wiedererkennbaren Marke verfestigt. So lebte und lebt der Berghain Techno jenseits des Berghain weiter und jenseits von Marcel Dettmann. Es ist wichtig, den Musiker und DJ Marcel Dettmann von dem Phänomen und von seiner Position in dem Club zu trennen. Denn in dem Achtunddreissigjährigen kommt viel zusammen.

Marcel Dettmann wurde 1977 in Sachsen geboren und wuchs in der Brandenburgischen Kleinstadt Fürstenwalde auf. Er lernte die Musik in der lebendigen, ungeformten, selbstorganisierten, ostdeutschen Technoszene der neunziger Jahre kennen. Natürlich erzeugte sie auch anderswo eine starke Resonanz. Aber in Ostdeutschland herrschte ein besondere Situation: Techno verband sich mit dem Freiheitsgefühl, das jeder Ostdeutsche nach dem Ende der DDR als totalitärem Staat erlebte.

Das Gefühl, das nichts mehr so war wie bisher, spiegelte sich in der Musik wider, die anders klang, wie alles bisher gehörte.

Bild: Flavien Prioreau
Bild: Flavien Prioreau

Heute würde sich ein junger Technofan aus Fürstenwalde wahrscheinlich als erstes ein WG-Zimmer in Berlin besorgen, und er befände sich damit in einer ähnlichen Position wie zahllose andere, junge, musikverrückte Menschen, die es in die Stadt zieht. Dettmann blieb zunächst in Fürstenwalde, er handelte mit Platten und wurde Teil eines Netzwerks aus Partys in brandenburgischen Kleinstädten und Dörfern, das ihm einen ganz spezifischen, autarken Einstieg in die Musik gewährte. In Berlin fasste Dettmann erst am Ende der neunziger Jahre Fuss, als er im Vorgängerclub des Berghains, dem Ostgut, aufzulegen begann. Als damals das Ostgut eröffnete, positionierte sich dieser wie das Berghain im Bezirk Friedrichshain gelegene Club in einer gewissen Distanz zu der Szene von Berlin-Mitte mit Clubs wie Tresor, E-Werk oder WMF. Die einflussreichen Berliner DJs der neunziger Jahre traten dort kaum auf, und so entstand die Gelegenheit für einen Neuanfang, der letztlich das Berghain, den Berghain-Techno und den einzigartigen Werdegang von Marcel Dettmann ermöglichte.

Seit dieser Zeit sind viele Jahre vergangen. Heute ist Dettmann mehr als DJ und durch sein Label MDR präsent als durch seine eigenen Produktionen. Immer wieder fällt auf, wie vielfältig seine Sets sind, wie er immer wieder neu ansetzt. In allen Sets, seinen Mix-Alben, Podcasts und Boiler-Room-Appearances richtet er sein Interesse an der Musik jedes Mal neu aus, findet einen anderen Ton, eine andere Energie.

Gerade hat er einen DJ Mix in der renommiertesten Serie dieser Art überhaupt veröffentlicht, für Studio !K7s „DJ Kicks“. Auf seinen „DJ Kicks“ lässt er das Format des Techno -Sets noch entschiedener hinter sich als bisher und legt einen bei Dance-DJs selten erlebten Eklektizismus an den Tag. Er springt zwischen diversen Genres hin und her, und er spielt Stücke aus fast dreißig Jahren. Er spielt Pop-Songs, Industrial -Klassiker, New York House. Solche Mixe bestehen in der Regel fast ausschließlich aus aktuellen Nummern. Und obligatorisch ist die Verneigung vor den Vorvätern und den Golden Years.

Für Dettmann gibt es kein einst und jetzt, kein wichtig und unwichtig, kein cool oder uncool. Er folgt allein seiner Intuition, seinem Geschmack und seinem Gespür für die Musik.

Text: Alexis Waltz, GROOVE-Autor und langjähriger Beobachter von Marcel Dettmann. 

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