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FR 22 05 15 24h, Bar3000 offen ab 18h, 25.–
Relish Night: Manfredas (Les Disques De La Mort, Litauen), Headman aka Robi Insinna
Bar3000
Peak

Lange Jahre lebte Robi Insinna in Berlin und London, nun ist er zurück in seiner Heimatstadt. Der etablierte Künstler ist Maler, Musiker, DJ und Labelmacher und war in den Nullerjahren massgeblich an der Entstehung der Electrodisco/Post-Punkfunk-Szene beteiligt. Als DJ bereist er heute noch die ganze Welt und sein Label Relish geniesst bei Kennern einen exzellenten Ruf. Sein heutiger Gast Manfredas aus dem litauischen Vilnius fertigte erst kürzlich einen Remix für seine neue EP. Ausserdem veröffentlicht Manfredas seine Platten auf Ivan Smagghe’s Label Lddlm und gilt als ausgezeichneter DJ und charismatischer Querdenker. Relish!

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Pasquale C. Peak ist ein Zürcher DJ, der genauso ein Faible für frühen Elektro und Techno (Drexciya, Robert Hood, anyone?) hat, wie für zeitgenössische Produktionen aus Häusern wie Frustrated Funk oder Nous. Seit mehr als fünfzehn Jahren ist er nun dabei – entsprechend der CV: Seine Bookings führten Peak bereits hinter die Plattenspieler der wichtigsten Klubs in Zürich inklusive Zukunft, Rohstofflager, Hive, Cabaret und Dachkantine, seine Plattensammlung umfasst mehr als 4000 Scheiben und lässt wohl manch einen Connaiseur grün vor Neid anlaufen, sein Netzwerk erstreckt sich weit über Landes- und Genregrenzen hinaus.

"Die Künstler bekommen immer mehr Raum"

Was bringt die Zukunft?

— Zum Glück weiss ich das nicht – wäre ja langweilig.

Du hast die zweite Welle der Rave-Bewegung damals miterlebt. Wie hat sich die Szene über die Jahre verändert?

— Genau, damals als Teenie ging ich regelmässig an Raves. Alles war neu und riesig. Die Szene hat sich dann aber immer mehr in die Clubs verschoben: ins Rohstofflager, in die Dachkantine. Heutzutage bekommen die einzelnen Künstler mehr Raum – es geht nicht mehr darum, möglichst viele DJs und Live-Acts in einen Abend zu packen. Ich persönlich finde das eine gute Entwicklung, obwohl ich die Rave-Zeit nicht missen möchte.

Welche Trends zeichnen sich momentan ab?

— Ich bin an sehr vielen verschiedenen Musikrichtungen interessiert, deshalb orientiere ich mich nicht besonders an Trends. Aber natürlich kann man sich ihnen nicht komplett entziehen. Drum’n’Bass, wie er Mitte der Neunziger Jahre produziert wurde, scheint wieder aufzukommen. Das zum Beispiel finde ich spannend.

Inwiefern?

— Ich mag es generell ältere Sachen wiederzuentdecken. Manchmal fische ich beim Stöbern in meiner Plattensammlung Scheiben raus, die ich Jahre nicht gehört habe. Darauf folgt eine andere und noch eine und noch eine – und plötzlich bin ich musikalisch an einem ganz anderen Ort.

Welche Zürcher Talente sollte man im Auge behalten?

— Uhuruku finde ich interessant. Er orientiert sich nicht am Mainstream und hat einen sehr eigenen Stil. Dann auch meine Resident-Kollegen: Leo Gretener zum Beispiel, der mich immer wieder überrascht, wenn wir zusammen spielen. Oder Marc D’Arrigo, technisch ein Top-DJ, der konstant hohe Qualität liefert. Weiter natürlich auch Jauss, ein alter Weggefährte, der sich momentan vor allem mit dem Projekt fromheretillnow beschäftigt.

Du spielst jeweils an unterschiedlichen Veranstaltungen in der Zukunft und in der Bar3000, wie gehst du damit um?

— Ich finde es cool, dass ich im Club ein breites Spektrum an elektronischer Tanzmusik spielen kann. Das Programm der Zukunft ist sehr vielseitig und offen, das schätze ich sehr. Die Bar3000 hingegen gibt mir die Möglichkeit, Musik zu spielen, die nicht zwingend im Clubkontext funktioniert. Zum Beispiel Reggae und Dub.

Welche Platten funktionieren in der Zukunft immer?

— Ufff, da gibt es viele! Spontan fallen mir grad ein: Charles Websters Dub-Version von Markus Enochson And The Subliminal Kids «These Won't Put Me Down», «Where Are You» von Moveclean aka Dario Zenker, Trevor Deep Jrs «Keep On!» oder Robert Hoods «And Then We Planned Our Escape».

Was ist deine liebste Erinnerung an die Zukunft?

— Da gibt es auch einige: Vorab alle Momente, in denen ich spürte, dass eine Verbindung zum Publikum entsteht und ich meine Freude für die Musik mit der Crowd teilen kann. Dann sicher auch die vielen Sets mit meinen Resident-Kollegen. Und schlussendlich auch Begegnungen, wie jene mit Convextion aka Gerard Hanson, der mich sowohl persönlich wie auch musikalisch beeindruckt hat.

Interview: Remo Bitzi