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Do 31 07 14 23h, Bar3000 offen ab 18h, Eintritt frei
Rumpel-DOSCI: Wittgenstein & Winkler

Sie spielen zusammen im legendären Rumpelorchester. Fühlen den Funk bis in die Knochen und geniessen die langen Melodiebögen. Die Spatzen pfeifen wieder gemeinsam. Ein idealer Einstieg in ein intensives Wochenende. Und ein paar Überraschungen.

Links:
 
31 07 14
Rumpel- DOSCI

Do 31 07 14
Rumpel-DOSCI: Wittgenstein & Winkler


01 08 14
Look Like

Fr 01 08 14
Look Like Mannequine: Look Like (Get Flavor, ZH), Mannequine (Continental Records, ZH), CNDR & Jay Boogie


02 08 14
David August

Sa 02 08 14
Zukunft Off-Parade inkl. Open-Air Blockparty: David August live (Diynamic, Berlin), Adriatique (Diynamic), Drumpoet Community (Dallas + Shiller), Jack Pattern, Tony Sylvester, Kejeblos (Phantom Island)


07 08 14
Trisha & Eli Verveine

Do 07 08 14
DOSCI: Trisha & Eli Verveine


08 08 14
Emika

Fr 08 08 14
Spezialmaterial: Emika (Ninja Tune, UK) DJ-Set & Live PA, Nat (Scandal, ZH), Princess P (Platfon, BE), Mueller & Siegwart


09 08 14
Efdemin

Sa 09 08 14
Aspects: Efdemin (Dial Rec. Berlin), Jauss & Peak


14 08 14
Mihael, Nenad J & Rade

Do 14 08 14
DOSCI: Mihael, Nenad J & Rade


15 08 14
Young Marco

Fr 15 08 14
Trouw Night: Young Marco (ESP Institute, Amsterdam), Olaf Boswijk (Trouw, Amsterdam), Lexx, Manu Hendry


16 08 14
Mike Huckaby

Sa 16 08 14
Transition: Mike Huckaby (Deep Transportation, SYNTH, Detroit), Washerman (Deep Down Slam), Demetrio Giannice (Balance, Enterbt Rec), Tony Sylvester, John Geilo


21 08 14
Jewl & Camiolo

Do 21 08 14
DOSCI: Jewl & Camiolo (Love Cult)


22 08 14
Alex from Tokyo

Fr 22 08 14
Peace Club 88: Alex from Tokyo (Innervisions, New York), Alex Dallas, Schoolbell, Mannequine


23 08 14
Ron Morelli

Sa 23 08 14
BOLD präsentiert von Zweikommasieben: Ron Morelli (L.I.E.S., Hospital Productions, NYC/Paris), Asic live (Anorg Sound.Sys), Guy Joshua (Zweikommasieben, Luzern), New.Com (DubExMachina, Comfortoise, BOLD), Unda (Bealtfreaks, Boyoom Connective, St. Gallen) & Shoudeli


28 08 14
Seranthony & Murphy

Do 28 08 14
Hidden DOSCI: Seranthony & Murphy


29 08 14
Dean Youngblood

Fr 29 08 14
Heavenly Social: Dean Youngblood (Provinzmusik), Chuck Bauer (Disco Rodeo), Kejeblos, Gigolo Romantico


30 08 14
(S)alli zäme

Sa 30 08 14
(S)alli zäme: Alex Dallas, Comini, Gallo, Ron Shiller, Jauss, Kalaspatz


05 09 14
Carl Craig

Fr 05 09 14
Carl Craig (USA)


06 09 14
Ripperton

Sa 06 09 14
Ripperton (CH)


12 09 14
Abdulla Rashim

Fr 12 09 14
Abdulla Rashim (S)


13 09 14
Krink

Sa 13 09 14
Krink (D)


19 09 14
John Talabot

Fr 19 09 14
John Talabot (E)


26 09 14
Jens Bond

Fr 26 09 14
Jens Bond (D)


27 09 14
Jeremy Unterground

Sa 27 09 14
Jeremy Unterground (F)


 
 

Auf der Suche nach Intensität, die uns den Atem nimmt.

Es ist Samstagmorgen, an der Fusion auf dem Bachstelzen-Floor.

Der Himmel leuchtet und schiebt die Nacht langsam weg. Zwischen den Bäumen auf staubigem Grund sind ein kleines Holzhäuschen und eine Bar gebaut. Der Live-Act vor mir gibt nochmals richtig Gas. Dann endet sein Set. Einige Sekunden Stille. Meine erste Platte; sie kratzt zuerst einmal laut drauflos bis der Beat einsetzt. Ich habe extra viel altes Vinyl mitgenommen. So eine Gelegenheit bietet sich nicht alle Tage. Die liebevolle Bachstelzen-Crew hat mir 3 Stunden Spielzeit überlassen. Es braucht ein paar Übergänge bis ich entspannt bin. Ich entscheide mich vorerst für eine positive fröhliche Grundstimmung, der Blues kommt später. Fliessen soll es. Platte in Platte. Irgendwann merke ich, dass genau diese Auswahl in die Herzen zielt. Es scheint als wären die Menschen hier besonders neugierig. Ich betone noch mehr und breche aus: Ein altes Synthie-Lied mit einer Stimme so sexy und unschuldig - einfach eine Perle. Ein Song, der die Zeit überdauert hat. Danach ein Afrobeat mit einem unwiderstehlichen Basslauf und obendrauf ein fettes House-Brett. So soll Rumpeldisco sein. Sich und die anderen überraschen. Mehr Melodien, mehr Sonne. Einige Zeit später weiss ich, dass wir zusammen die Reise machen. Vergnüglich und unverblümt. Einige Leute sind auf Bäume geklettert und bewegen sich dort oben zur Musik. Als ich das „Kafi-Lied“ spiele, kommt David vorbei, bringt mir den Kaffee im Becher und schmunzelt. Perfektes Timing. Er hat sich im Auto hingelegt und einige Stunden geschlafen. Als das Lied fertig ist, kehre ich die Platte um, nehme das Mikrofon und künde die B-Seite an. „Hello Asshole“ von meinem Produzenten-Freund Jimi Jules. Sichtlich stolz, dass die Platte bei Rumpelmusig erschienen ist, schaue ich verschmitzt in die Menge. Irgendwann spiele ich noch meinen James Brown Edit mit dem Gitarrenriff. Ein Riff so sanft wie Seide. Aber unglaublich präzise. In das Original mischt sich meine Stimme rein: „Yes i grew up in seventy tree and this Song is from sixty nine“ und dann kommt einige Takte später noch: „And i got a little present for you“ - Wumms und die Bass-Drum setzt ein. James Brown an der Fusion, in der staubigen Waldlichtung in der wunderbaren Pampa von Mecklenburg Vorpommern; würde er auch hier seinen berühmten Mikrofon-Spagat machen? Die Welt des Dancefloor wäre cooler, wenn mehr funk drin wär, wenn der Groove und der Klang der Aufnahmen von Brown heute noch atmen würde in den aktuellen Produktionen, ich glaub ich würde mehr tanzen.

 

Pierluigi Macor
Pierluigi Macor

Trotzdem; habe mich selten beim Auflegen in den letzten Jahren so wohl gefühlt wie hier in den letzten drei Stunden. Es war eine Intensität im Spiel. Ein paar Tage später bekomme ich herzige Emails meist von Jungs, die mehr wissen wollen zu der gespielten Musik. Ob das Set als Aufnahme existiert? Nein, ich habe diesen Moment nicht digital festgehalten. Es ist alles dort passiert in dieser Waldlichtung auf diesem staubigen Grund. Ein magischer Moment vielleicht. Mehr nicht? - Doch;  ich vermisse solche intensiven Momente und ja ich kann mir vorstellen, das es vielen anderen auch so geht. Wir sind alle oft einfach auf zu vielen Kanälen präsent und vergessen die Essenz. Wir schnappen einiges auf und prüfen es kurz und schon entfernt es sich wieder. Doch die Intensität, die uns den Atem nimmt, die uns mitreisst bis zum Schluss, die kommt gar nicht auf. Und die zu finden ist ja noch viel schwieriger: In einer Zeit in der so viel produziert wird, nur um im Markt zu sein. Dementsprechend klingt vieles gleichförmig, furchtbar korrekt. Und die starken Performer und Entertainer verschwinden immer mehr. Ausnahmen sind zum Glück zu finden. Als ich vor kurzem ein Solo-Schlagzeug-Konzert von Julian Sartorius im Wintergarten der Wesendonck-Villa im Rietberg-Park anhörte, realisierte ich, was das genau bedeutet. Hier präpariert einer liebevoll sein Schlagzeug mit allen möglichen gefunden Utensilien. Lässt Schwingungen und Klänge zu, die uns erstaunen lassen. Nur ein Musiker und sein Schlagzeug ohne zusätzliche Technologie, ohne Elektronik. Um so mehr liegt der Handlung eine stringente Komposition zu Grunde. Da hat sich einer lange Gedanken gemacht und viel getüftelt und erzählt schlussendlich seine Geschichte. Als die Zugabe nach frenetischem Applaus beginnt, bin ich bereits auf meinem Fahrrad und fahr den Berg hinunter. Ich fand die Stunde intensiv genug, ein mehr als gelungenes Konzert. Eine vielschichtige poetische Klanggeschichte. Die Geschichte von Sartorius fing mich auf und machte mich glücklich und inspirierte zu neuen Taten genauso das Auflegen mit dem wunderbaren jungfräulichen Publikum aufm Bachstelzen-Floor.

Kalabrese, Juli 2014 in Zürich