Club Zukunft
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SA 22 11 14 24h, Bar3000 offen ab 20h, 25.–
Loud Minority: Âme live (Innervisions, Berlin), Alex Dallas (Drumpoet), Das Blenden
Bar3000
Paky & Lindauer & Schaeppi

Âme sind seit vielen Jahren in Zürich und weltweit ein sicherer Wert. Ein Teil davon ist Frank Wiedemann, ein unglaublich talentierter Musiker und Produzent, dessen Output von beeindruckender Vielfalt ist. Gerade hat er das neue The Howling Album fertiggestellt, sitzt mit verschiedensten Leuten wie Henrik Schwarz, Marcel Dettmann oder auch Dixon im Studio und produziert mit seinem Partner Kristian Rädle seit über 15 Jahren wegweisende Musik als Âme (das Album soll in der Pipeline sein). Darüber hinaus gilt ihr Label Innervisions zu den prestigeträchtigsten Institutionen der House Bewegung. Seine ersten Gigs fanden jeweils an Alex Dallas' Loud Minority Nächten in der legendären Dachkantine statt. Eine Nacht, die um die Nullerjahre Künstler wie Juan Atkins, Herbert, Carl Craig, Dixon und eben Âme beheimatete und bei der ehrliche, progressive Musik im Fokus stand. Das Blenden war damals noch nicht dabei, er verkörpert aber den Spirit vorwärts gerichteter elektronischer Tanzmusik ohne Scheuklappen genauso und gehört für Alex zu den spannendsten und mitreissendsten jungen DJs aus Zürich. „We are concerned with change, we are a part of the loud minority!“

Links:
 
22 11 14
Âme

SA 22 11 14
Loud Minority: Âme live (Innervisions, Berlin), Alex Dallas (Drumpoet), Das Blenden, Paky & Lindauer & Schaeppi


24 11 14
Comedy in der Zukunft

MO 24 11 14
Comedy in der Zukunft: Claudio Zuccolini, Johnny Burn, Veri, Fabian Treyer, Moderation: Guy Landolt


24 11 14
21 Grams

MO 24 11 14
Minimetal Guitars & Bar3000 present: 21 Grams (Max & Nik Emch)


26 11 14
Pink Spider

MI 26 11 14
Bukowski: Konzert: Pink Spider (LU), DJ Momo Love in der Bar3000


27 11 14
M.A. & Sampayo

DO 27 11 14
DOSCI: M.A. & Sampayo


28 11 14
Elliver

FR 28 11 14
Quality Time Night: Elliver (Kater Blau, Quality Time, Berlin) Frag Maddin (URSL, Berlin), Pauli Pocket (Kater Blau, Wilde Renate, Rostock), The Clementimes


29 11 14
Andrew Weatherall

SA 29 11 14
Spezialmaterial & fromheretillnow: Andrew Weatherall (UK), P.Bell (Beatpirates, Zürich), Knob & Disco Dad


01 12 14
21 Grams

MO 01 12 14
Minimetal Guitars & Bar3000 present: 21 Grams (Max & Nik Emch)


03 12 14
Yosai

MI 03 12 14
Bukowski: Konzert: Yosai (Leipzig), DJ Jauss in der Bar3000


04 12 14
Mark Sultan a.k.a. BBQ

DO 04 12 14
Bukowski Spezial: Konzert: Mark Sultan a.k.a. BBQ (CAN/GER) in der Bar3000


04 12 14
Swisstanbul DOSCI

DO 04 12 14
Swisstanbul-DOSCI: Mini Bashekim (Mini Müzikhol, Istanbul) Dodo (Istanbul), Candas & Bas & Evrim (Istanbul)


05 12 14
Adriatique

FR 05 12 14
Moving Around Us: Adriatique (Diynamic), Alci (Robsoul), Mihael, Nenad J., Long John All Geilo


06 12 14
Pépé Bradock

SA 06 12 14
Love Cult: Pépé Bradock (Atavisme, Paris), Love Cult DJs aka. Tony Sylvester, Camiolo + Bora Bora, Jay Boogie & Ian Lawrence aka DJ Stimulus


08 12 14
21 Grams

MO 08 12 14
Minimetal Guitars & Bar3000 present: 21 Grams (Max & Nik Emch)


10 12 14
Warias

MI 10 12 14
Bukowski: Konzert: Warias (Italien), DJ Inderrock in der Bar3000


11 12 14
Gleichschritt

DO 11 12 14
DOSCI: Gleichschritt


12 12 14
Soukie & Windisch

FR 12 12 14
URSL Night: Soukie & Windisch (URSL, Hamburg), Madmotormiquel (URSL, Bachstelzen, Berlin), Canson live (URSL, Katermukke, ZH), Mannequine


13 12 14
Motor City Drum Ensemble

SA 13 12 14
Loud Minority: Motor City Drum Ensemble (MCDE Records, D/NL), Alex Dallas (Drumpoet), Tony Sylvester live (Love Cult)


15 12 14
21 Grams

MO 15 12 14
Minimetal Guitars & Bar3000 present: 21 Grams (Max & Nik Emch)


17 12 14
Doomenfels

MI 17 12 14
Bukowski: Konzert: Doomenfels (ZH), DJ Fabian Sigmund in der Bar3000


18 12 14
Alex Dallas & Kalaspatz

DO 18 12 14
DOSCI (Afterparty Tosca Konzert, Kaufleuten): Alex Dallas & Kalaspatz


19 12 14
Forks

FR 19 12 14
Bukowski Spezial: Konzerte: Forks (CH), Great Black Waters (CH), Cheyenne (CH), DJs Kay-Zee, Carlo Cannone, Robby Naish, Gallo


20 12 14
Point G.

SA 20 12 14
Transition: Point G. live (aka DJ Gregory, Paris), Washerman & Ron Shiller, Ms Hyde


22 12 14
Comedy in der Zukunft

MO 22 12 14
Comedy in der Zukunft – Chrismas Special: Sergio Sardella, Die Scharlatanten, Remo Zumstein, Luca Zacchei, Moderation: Zukkihund


22 12 14
21 Grams

MO 22 12 14
Minimetal Guitars & Bar3000 present: 21 Grams (Max & Nik Emch)


24 12 14
Merry X-mas!

MI 24 12 14
Merry X-mas!: Zukunft und Bar3000 bleiben heute geschlossen.


25 12 14
Quarion

DO 25 12 14
DOSCI: Quarion (Retreat, Berlin), Lexx


26 12 14
Voigtmann

FR 26 12 14
5 Jahre Punkt: Voigtmann (Toi Toi Music, Hello Repeat?, UK), Junki Inoue (Toi Toi Music, Frontroom, UK) Les Points, Joe Bless & Jack Koby


27 12 14
Dada Disco

SA 27 12 14
L.H.O.O.Q.: Dada Disco (Bar25, Berlin), Kalabrese, Disco3000 mit Max Bunt, Geno, Le Discoboulet (D)


31 12 14
Hallo 2015!

MI 31 12 14
Hallo 2015!: Kejeblos, Jack Pattern


01 01 15
Happy New Year!

DO 01 01 15
Happy New Year!: Zukunft und Bar3000 bleiben heute geschlossen.


02 01 15
Jimi Jules

FR 02 01 15
Futura: Jimi Jules (Rumpelmusig, ZH), Look Like (Dirtybird, ZH) Iwan Onou (ZH), Dustsurfers


03 01 15
Alci

SA 03 01 15
Home: Washerman (Drumpoet, ZH), Alci (Robsoul, InFuse, ZH), Audino (Les Points), Flatmate Romance 2015


29 01 15
Zoot Woman

DO 29 01 15
Konzert: Zoot Woman (UK)


 
 

Im TGV nach Zürich zurückkehrend, überkommt mich ein Gefühl der Revolte. Es ist die Erkenntnis, oder eher ein Plädoyer für die Wertschätzung, welche langsam verloren gegangen ist. Eine Kulturnische, in welcher das Wort Kultur sich in Mikropartikel aufzulösen droht.

Der RAVE-Begriff schwindet und ist zu einem Mythos verkommen.

In verschiedenen Aspekten will ich eine Debatte auslösen. Es kann nicht sein, dass die House/Techno-Kultur in Zürich an so wenigen Orten und Nächten in ihrer reinsten Form praktiziert wird. Ich frage mich, wann die banale Feierei die Suche nach der musikalischen Wahrnehmungserweiterung ersetzt hat.

Es gibt wohl einige zusammenhängende Gründe für die momentane Situation und meine Gefühlslage. Gerne möchte ich die verschiedenen Ursachen und ihre Wechselwirkungen - in meiner Subjektivität - analytisch auslegen.

Die geringste Schuld trifft den Rezeptor (oder auch: den Clubgänger) – ausgehend davon, dass jeder Clubgänger mit einer gesunden Naivität in den Club tritt. Er wird durch die Musik geformt, seine falsche Voreingenommenheit oder auch Abstumpfung – lässt sich durch Versagen der oberen Institutionen erklären. Durch die konstante Repetition des Erlebten pflanzt sich dieses falsche Bild im Bewusstsein „des Naiven“ ein, sehr schwer lässt er sich noch zu Erweiterungen bewegen.

Clubs haben ganz klar eine Verantwortung als kulturelle Institutionen, welche immer mehr abhanden kommen. Die Prioritäten wurden von Anfang an nicht richtig gesetzt oder haben sich mit der Zeit verwässert. Wie ein Museum, Theater, Schauspielhaus oder eine Galerie ist ein Club in der Kultursparte aufgelistet. Dies sollte ein Privileg sein und die Vermittlung von hochstehender, diverser Musik sollte als oberste Priorität angesehen werden. Genau hier fängt der Ursprung dieses Teufelskreises an. Man stelle sich vor, das Kunsthaus in Zürich würde nur auf eine Sparte von Kunst beharren, welche nur ein bestimmtes Gefühl evoziert, die Kunsthalle würde den Feierfreund des Direktors ausstellen, das Landesmuseum würde Leute archivieren, welche gar keine Kontribution zur Geschichte hatten oder  ein Lehrer ohne Ausbildung und Kenntnisse würde Schüler unterrichten. Diese Anekdoten sind die Probleme der Clubszene. Clubs stehen für etwas; Ein Club sollte seine Identität um jeden Preis wahren, wie es ein Robert Johnson oder Berghain tut. In Clubs spielen zu können, sollte eine Ehrung der Fähigkeiten eines Einzelnen, einer artistischen Eigenheit und langer harten Arbeit sein (wie es noch in manchen Clubs der Fall ist). So wahrt man eine subjektive Aura und erweckt das Gefühl einer wahren Institution.

Es gibt aber immer noch vereinzelte Orte, an denen man so gut wie gar keine Kompromisse eingeht und die wichtigen Aspekte dieser Kunst erhaschen kann; der Club Zukunft ist ein gutes Beispiel; reich an Diversität und mit der nötigen Strenge und Wissen in der Konzipierung der Nacht. Mit den kommenden Erweiterungen werden zusätzlich auch die institutionellen Werte noch mehr gefestigt und die Corporate Identity ausgebaut/zementiert. Auch verdient der Kauz und seine raffinierte Konzipierung Lob in höchsten Tönen und Serafins fanatische Liebe zum Detail sollte fast als Leitbild geltend gemacht werden. Es gibt noch andere Clubs, welche noch Grund zur Erwähnung hätten, jedoch denke ich trotz der positiven Aspekte, sollte  man die Reissleine im Personal enger anziehen und die Diversität noch mehr fordern. Wieso rede ich immer von Diversität? Da mich selber der Techno und der damit verbundene Rave immer mehr fasziniert, ist ein Fehlen der Förderung von Techno stark bemerkbar. Ausser die Zukunft bietet kein anderer Klub diese wichtige - und wohl auch langlebigste - Sparte an. Der RAVE-Begriff schwindet und ist zu einem Mythos verkommen. Das Fehlen dieses Exponenten macht sich in der Aufnahmebereitschaft meiner Generation bemerkbar.

Festlegungen, wie Residents, limitierte Anzahl externer Veranstalter, ziehen nicht den Verlust der Diversität mit sich. Der Überfluss ist die Ursache der Verwässerung. Aus einer Mikroverwässerung lässt sich auch auf eine Makroverwässerung schliessen: Residentpool wird aufgeben, was zur Verwässerung des Publikums führt. In meiner Theorie ergibt sich aus einem bestimmten durchdachten Pool eine eigene Langfristigkeit; eine Langfristigkeit, die unendliche konkrete Abstraktionen erlaubt. Auch bietet sich den Residents durch verschiedene Bookings im gleichen Club die Möglichkeit, ihre Diversität aufzuzeigen.

Zürich hat sehr viele gute DJs, doch längst spielen nicht alle im Clubzirkus - Sie gerieten trotz ihrer Diversität unverständlicherweise in Vergessenheit. Man hat lieber angefangen, seine Feierfreunde zu buchen, Line-ups zusammenzustellen, welche möglichst viele Leute mit sich bringen, doch den Einklang auf die Nacht und den Headliner völlig verpassen. Wie viele Male kam ein wichtiger Exponent dieser Kultur und wurde durch besorgniserregende Line-ups kastriert? So lässt sich auch die Überpopulation von DJs erklären, die voreingenommen denken, dieses Handwerk begriffen zu haben. Alle waren mal „naive Clubgänger“, welche durch die Möglichkeit und die Abstumpfung so schnell zu einfältigen DJs wurden. Folglich  wird man zu dem, was man um sich herum wahrnimmt.

Ich versuche herauszufinden, wie es zu diesem DJ-Boom gekommen ist, ohne den technischen Fortschritt zu berücksichtigen. Wie DJs von Nicht-DJs abgelöst worden sind. Einfältigkeit, Überfluss, Wertschätzung und Selbstüberschätzung sind die treffenden Schlagwörter.

In einer Bibliothek ergibt sich die Möglichkeit, das Erlebte zu festigen und vor allem durch das Streben nach Wissen zu erweitern. Demnach sehe ich eine Errichtung eines House/Techno-Plattenladens in Zürich als äusserst wichtigen Schritt für die ganze Szene. Der Austausch fehlt; jeder sucht seine Musik zu Hause im Internet. Man hat kein soziales Beisammensein, welches die Einheit durch Musik in dieser Szene fördert. Das Fehlen, sich mit der alten Garde (und mit Leuten, die man nicht kennt) über Musik austauschen zu können, reisst Löcher in der musikalischen Edukation der jungen Generation auf, die leider nicht jeder selbständig nachholen kann/wird.

Zusammenfassend braucht es nur kleine, aber signifikante Änderungen und eine Besinnung auf die grundlegende institutionelle Werten.  Ich plädiere an euch, diese wahrzunehmen und gemeinsam die Zürcher House/Techno Szene für Liebhaber aus aller Welt schmackhafter zu gestalten.

Text: Nicola Kazimir