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DO 18 12 14 23h, Bar3000 offen ab 18h, Eintritt frei
DOSCI (Afterparty Tosca Konzert, Kaufleuten): Alex Dallas & Kalaspatz

Sie haben den Sound der Zukunft über die Jahre wesentlich mitgeprägt, sei es als Warm Up DJs oder als Schlussbouquet. Oder einfach nur dadurch, dass Alex Dallas und Kala viele interessante Gäste aus dem Ausland nach Zürich holten. Endlich sind die beiden Hausmänner wieder einmal vereint an den Decks im eigenen Laden. Hier trifft kernige Musik von damals auf den melancholischen Zeitgeist und die Nostalgie tanzt fröhlich mit. Ein idealer Nachtflug, nach dem Kaufleuten Konzert von Tosca.

Links:
 
18 12 14
Alex Dallas & Kalaspatz

DO 18 12 14
DOSCI (Afterparty Tosca Konzert, Kaufleuten): Alex Dallas & Kalaspatz


19 12 14
Forks

FR 19 12 14
Bukowski Spezial: Konzerte: Forks (CH), Great Black Waters (CH), Cheyenne (CH), DJs Kay-Zee, Carlo Cannone, Robby Naish, Gallo


20 12 14
Point G.

SA 20 12 14
Transition: Point G. live (aka DJ Gregory, Paris), Washerman & Ron Shiller, Ms Hyde


22 12 14
Comedy in der Zukunft

MO 22 12 14
Comedy in der Zukunft – Christmas Special: Sergio Sardella, Die Scharlatanten, Remo Zumstein, Luca Zacchei, Moderation: Zukkihund


22 12 14
21 Grams

MO 22 12 14
Minimetal Guitars & Bar3000 present: 21 Grams (Max & Nik Emch)


24 12 14
Merry X-mas!

MI 24 12 14
Merry X-mas!: Zukunft und Bar3000 bleiben heute geschlossen.


25 12 14
Quarion

DO 25 12 14
DOSCI: Quarion (Retreat, Berlin), Lexx


26 12 14
Voigtmann

FR 26 12 14
5 Jahre Punkt: Voigtmann (Toi Toi Music, Hello Repeat?, UK), Junki Inoue (Toi Toi Music, Frontroom, UK) Les Points, Joe Bless & Philipp Treezy


27 12 14
Dada Disco

SA 27 12 14
L.H.O.O.Q.: Dada Disco (Bar25, Berlin), Kalabrese, Disco3000 mit Max Bunt, Geno, Le Discoboulet (D)


31 12 14
Hallo 2015!

MI 31 12 14
Hallo 2015!: Kejeblos, Jack Pattern


01 01 15
Happy New Year!

DO 01 01 15
Happy New Year!: Zukunft und Bar3000 bleiben heute geschlossen.


02 01 15
Jimi Jules

FR 02 01 15
Futura: Jimi Jules (Rumpelmusig, ZH), Look Like (Dirtybird, ZH) Iwan Onou (ZH), Dustsurfers


03 01 15
Alci

SA 03 01 15
Home: Washerman (Drumpoet, ZH), Alci (Robsoul, InFuse, ZH), Audino (Les Points), Flatmate Romance 2015


09 01 15
Hodge

FR 09 01 15
Hodge (UK)


10 01 15
Peter Schumann

SA 10 01 15
Platte International: Peter Schumann, Bo Irion, Kareem, M.A. & Sampayo


17 01 15
Hold Youth

SA 17 01 15
Hold Youth (Paris)


23 01 15
Tikiman & Deadbeat live

FR 23 01 15
Tikiman & Deadbeat live


24 01 15
Cuthead

SA 24 01 15
Uncanny Valley Labelnight: Cuthead, Albrecht Wassersleben


29 01 15
Zoot Woman

DO 29 01 15
Konzert: Zoot Woman (UK)


31 01 15
Luke Hess live

SA 31 01 15
Motoguzzi : Luke Hess live (Detroit)


20 02 15
Barnt

FR 20 02 15
Lux Rec Labelnight: Barnt (Magazine, D), Daniele Cosmo, CCO live


27 02 15
Roman Flügel

FR 27 02 15
Roman Flügel (Dial, Running Back, D) & Alex Dallas (Drumpoet)


06 03 15
Dixon

FR 06 03 15
Dixon (Innervisions, D)


14 03 15
Mano Le Tough

SA 14 03 15
Mano Le Tough (Maeve, Permanent Vacation, IRL)


04 04 15
Fred P

SA 04 04 15
Punkt. Osterfestival: Fred P (Black Jazz Consortium, USA)


 
 

Anekdoten sollen hier rein, hiess es. Nun ja, zu bieten habe ich kaum etwas Griffiges, sind es doch eher Erfahrungsberichte und Projektionen. Doch hoffe ich dieser Lichtgestalt, welche irgendwo zwischen Populärkultur und trübstem Untergrund flaniert, gerecht zu werden.

«Andrew definierte Eklektizismus als eine Fähigkeit, die ein DJ haben muss.»

Obschon es die üblich aufgeführten Referenzen und Einflüsse auch gab, sozialisierte mich Andrew Weatherall nachhaltig mit Techno. Nicht von ungefähr scheint das nun etwas plakativ, denn tatsächlich war er lediglich (oder besser: hauptsächlich) für die Erweiterung meiner Hörgewohnheiten verantwortlich. So richtig Techno war das nämlich nicht und weit entfernt von dem was in Detroit, Berlin und Ghent gerade fabriziert wurde.

Das vom Windsor stämmigen produzierte Album «Screamadelica» von Primal Scream vereinte 1991 die gegenwärtigen Einflüsse von Slowmotion House über psychedelischen Dub bis zu tanzbarem Indiepop und vermittelte dem Hörer einen grenzenlosen Horizont. Zumal das Werk mit «Moving on Up» einem süffigen Mitklatsch Gospelsoul Stück beginnt und gegen Ende bei «Higher Than The Sun (A Dub Symphony In Two Parts)» Jah Wobble’s Basslinie nach 3 ½ minütigem Dubinferno einsetzt und den Pokal sozusagen nach Hause trägt.

Die Screamadelica-Tour brachte die Band und deren Tour-DJ Andrew Weatherall im Januar 1992 in den Stufenbau nach Bern, wo dieser komplett in braunem Leder gewandet war - Gilet, Lederhosen und sogar den passenden Geldbeutel gesichert durch eine knielange Kette. Als DJ mit überlanger Rockermähne warf er von Public Enemy bis My Bloody Valentine alles in einen Topf.

Mein späterer Arbeitgeber ZigZag Records in Thun widmete dem, im Frühling 1990 veröffentlichten Primal Scream Klassiker «Loaded» jeweils Samstags ein besonderes Ritual. Exakt 7 Minuten vor Ladenschluss (so lang dauerte das Stück) vor Ladenschluss senkte sich die Nadel des Technics in die Rillen des Vinyls. Die Priesterstimme aus Roger Cormans «The Wild Angels» fragte eindringlich: «Just what is it that you wan't to do?»Peter Fonda‘s Antwort «We wanna get loaded and have a good time. We wanna have a party. That's what we wanna do!» sollte für eine ganze Generation Partyhungriger sprechen.

Weatherall’s «Loaded» verjüngte Primal Scream’s Ballade «I’m Losing More Than I’ll Ever Have», klaute sich die besten Momente von «Sympathy For The Devil» der Rolling Stones und erklärte damit in 7 Minuten wie sich Musik entwickelte und entwickeln wird. Vermutlich unbewusst, aber durchaus prophetisch. In diesen 7 Minuten definierte Weatherall Eklektizismus als notwendige Fähigkeit, die ein DJ haben muss, um Geschichten zu erzählen, um akustische Gemälde zu malen. Den folgenden Remixarbeiten und Produktionen wurde allen der Weatherall-Stempel aufgedrückt: nie aufdringlich oder hysterisch, meist hypnotisch und ausgedehnt; tragendes Element ist eine Garagerock-Vergangenheit, welche man allerdings kaum vermuten würde.

Nicht von ungefähr fallen selten Worte wie «Erfolg» oder «Karriere» im Zusammenhang mit Lord Sabre. Nie wirklich im Rampenlicht aber trotzdem ständig präsent, ist er für viele seiner eingeschworenen Anhänger das Sinnbild für musikalische Geschmackssicherheit geworden. So wurde auch seine Produktion des 2009 erschienen Zweitlings «Tarot Sport» der Fuck Buttons hoch gelobt und ist inzwischen auf Vinyl äusserst gesucht.

Persönlich traf ich diese Figur, dieses Vorbild, nur wenige Male. Nur bin ich froh nicht mehr zu wissen, welcher Unsinn da aus meinem Mund sprudelte! Ich war ohne Zweifel, wie man im Englischen sagt, «starstruck». Solches Fanboytum hat Weatherall vermutlich eher als unangenehm empfunden.

Sinnigerweise unterhalte ich einen losen Kontakt zu seinen letzten zwei Studiopartnern. In irgendeinem düsteren Londoner Gewölbekeller klopfte mir ein grossgewachsener Typ frühmorgens auf die Schulter. Erst nach einigen Augenblicken erkannte ich Keith Tenniswood, die andere Hälfte von Two Lone Swordsmen. Dieser tourte ein Jahr zuvor durch die Schweiz, beschallte das Fri-Son, das Mokka und besuchte die Studios von DRS3, wo ich ihn kennenlernte. Das war Ende der Neunziger Jahre. Rein zufällig verirrte ich mich vor zirka zwei Jahren in das vermeintlich heruntergekommene Hinterzimmer des Londoner Pubs Shacklewell Arms für den Auftritt des über 70 jährigen indischen Synthesizer Musikers Charanjit Singh. Es stellte sich heraus dass, trotz des miesen Soundsystems sowie der unterirdischen Einrichtung und Deko, das Shacklewell einer der hippsten Orte der Stadt ist, wo bereits Künstler wie Haim und Skrillex Auftritte hatten  - letzterer war wohl für die Überbelastung der Lautsprecher verantworlich. Mir wurde ein blonder, schmächtiger Typ vorgestellt, dessen Namen Timothy J. Fairplay ich bereits von zahlreichen Left-of-Centre House-Releasen her kannte. Kurze Zeit später erschien seine Zusammenarbeit mit Weatherall als The Asphodells auf dessen Label Rotters Golf Club.

Neben Rotters Golf Club gehörten Sabres Of Paradise und Emission Audio Output zu Andrew’s Label. Unzählige Aliase, Kollaborationen und Remixaufträge machen eine Aufzählung kaum möglich. Daher diese im September von FACT veröffentlichte Liste:
→ Andrew Weatherall's 30 Greatest Remixes

Oli Hofer war Anfang der Neunziger Redaktor der Clubsendung «Let's Dance» auf DRS3. Seine Plattensammlung ist legendär, ebenso sein Wissen über Clubmusik. Heute betreibt Oli den Vinyl-Vertrieb Godbrain.

 

 

 

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