Club Zukunft
Dienerstr.asse 33
8004 Zürich
Radio Futura
CLUB
ZINE
RADIO
INFO
DREH MICH
ZUKUNFT

Club Zukunft
Dienerstrasse 33
8004 Zürich
info@zukunft.cl
ZUKUNFT

 
 
DO 18 09 14 23h, Bar3000 offen ab 18h, Eintritt frei
DOSCI: M.A. & Sampayo

Ein weiteres Mal können wir uns auf ein langes Back to Back Set der beiden Freunde M.A. und Sampayo freuen, die geschickt aus ihren vielen Kisten Vinyl den passenden Soundtrack für die Nacht selektieren werden. Mit ihrer erzählerischen Art und Weise nehmen sie alle auf ihre Reise durch das letzte Jahrzehnt Clubmusik mit.

 
18 09 14
M.A. & Sampayo

DO 18 09 14
DOSCI: M.A. & Sampayo


19 09 14
Hoffest

FR 19 09 14
Hoffest: mit Musik von Teké Acoustic Sessions, hausgemachten Würsten von der Familie Lier und Filipino-Food-Corner im Hinterhof


19 09 14
John Talabot

FR 19 09 14
John Talabot: John Talabot (Permanent Vacation, Barcelona), Alex Dallas, Kalaspatz, MTDF & Ms.Hyde


20 09 14
The KVB

SA 20 09 14
Bukowski x THE STRAIGHT AND NARROW: Konzert: The KVB (UK), Support: EVJE (CH)


20 09 14
Gorge

SA 20 09 14
Kiste Baden goes Zukunft : Gorge (8bit Records, Mannheim), Mismo (ZH), Barbir (Baden), M.D.M.O. (Baden) & Whookpack (BS)


22 09 14
21 Grams

MO 22 09 14
Minimetal Guitars & Bar3000 present: 21 Grams (Max & Nik Emch) in der Bar3000


24 09 14
Déesse

MI 24 09 14
Bukowski: Konzert & Plattentaufe: Déesse (ZH), Support: The Swiss & The Swede, DJ Le Frère


25 09 14
Benjamin Röder & Kejeblos

DO 25 09 14
DOSCI: Benjamin Röder (Spectacle, Charlie, Public Possession, München) & Kejeblos (Phantom Island)


26 09 14
Tom Clark & Jens Bond

FR 26 09 14
Heavenly Social: Tom Clark (Highgrade, Berlin), Jens Bond (Highgrade, Katerholzig, Berlin), Wandler, Skor & Jay Boogie


27 09 14
Jeremy Underground

SA 27 09 14
My Love Is Underground: Jeremy Underground (MLIU, Paris), Washerman (Deep Down Slam, DPC), Ron Shiller (Drumpoet, Phantom Island), Joe Bless & Smilla


29 09 14
21 Grams

MO 29 09 14
Minimetal Guitars & Bar3000 present: 21 Grams (Max & Nik Emch) in der Bar3000


03 10 14
Mira+Chris Schwarzwälder

FR 03 10 14
Mira + Chris Schwarzwälder (Berlin)


04 10 14
Daniel Avery

SA 04 10 14
Daniel Avery


10 10 14
Marcel Dettmann

FR 10 10 14
Marcel Dettmann (MDR, Berlin), Wincent Kunth live (MDR, Zürich), Wandler


11 10 14
Studio Barnhus

SA 11 10 14
Axel Boman, Kornel Kovacs, Petter Nordkvist


24 10 14
Dinky

FR 24 10 14
Dinky


07 11 14
9 Jahre Zukunft

FR 07 11 14
9 Jahre Zukunft


08 11 14
9 Jahre Zukunft

SA 08 11 14
9 Jahre Zukunft


 
 

Die Töne fiepsen wild, lösen sich aus der Sequenz und wirbeln wie ein Bienenschwarm um den mächtigen Groove. Und der peitscht nach vorne und nimmt Franck mit auf einen Tanz. Franck hat grosse Augen und grinst. Der Bass sitzt in meiner Gurgel und die Claps massieren meine Gehörgänge intensivst. Ich halt mir die Ohren zu und entferne mich von den Boxentürmen. Acid! Gerd Janson aus dem Robert Johnson rockt an den Turntables als gäbs kein Halten mehr. Der Fichtenwald wirkt daneben grotesk: Bäume wie Zündhölzer, so lang wie Kamelhälse. Die Nebelmaschine ist im Timer-Modus. Das Morgenlicht kommt, es ist feucht geworden. Es sind vielleicht nur ein paar Dutzend am Tanzen, aber wie sie sich bewegen. 

Völlig enthemmt, einfach alles rausschütteln. Wir sind Punk und sowas von frei grad.

Ich drück Franck fest an mich und mach mich auf den Weg zurück zum Schlafplatz, ins Gruppenzelt. Ja, es war ein gelungener Abend. Ein tolles verrücktes Festival von Idealisten. Sehr sympathisch - das Garbicz-Camping  von den Bar25- und Bachstelzen-Machern. Irgendwo in der Pampa Polens.  Ohne Sponsoring, einfach drauflos. Holzpflöcke in den lehmigen Boden gerammt und Zelte und Bühnen gebaut. Und irgendwer kocht noch, polnisch oder vegan. Es ist alles möglich. Die Friedas Büxe hat auch noch einen Floor, mittem im Wald nahe des Sees. Und die Boxen ganz hoch hinauf in die Bäume gehängt. Dafür hat's am Boden ein Feuer, um das sich viele wärmen. Und Marco Repetto, Urmitglied von Grauzone, ist mit einem Ambient-Projekt mit zig Maschinen und Kabel am Start. Die Transzendenz scheint zu leben. Die Zuhörer fliessen mit dem Feuer und den Klangwellen zusammen. Ich setz mich an den kleinen See und lass noch die letzten Sonnenstrahlen auf meine Haut, bevor's richtig losgeht.

Und unser Konzert ist dann richtig gut. Franck hatte den Bogen raus, wie er mit dem Groove umzugehen hatte; wann er anzog, wann er locker liess, wie er mit der Dynamik spielte und höllisch swingte.  Constantin am Bass folgte ihm souverän, und ohne eine einzige Probe im Vorfeld, und die Melodie-Instrumente konnten sich entspannt zurücklehnen. Das Gerüst stimmte.

Ich war oft im Zweifel, ob wir wirklich zu einer gemeinsamen Indentität finden und wahrhaftig über uns hinauswachsen können. Ich möchte gerne eine zeitgemässe Tanzband sein, die neue Wege geht. Und heute haben wir das gemacht und meinen Plan umgesetzt. Wir haben uns getraut, auf dem Ton zu bleiben und das Lied zu verlängern. Eine "Extended Version" zu gestalten. Sich treiben lassen, die Zeit anhalten , geniessen und einander zuhören. Die Band machte sich selbstständig und es durften Akzente gesetzt werden. In "Auf dem Hof" löste sich der Synthesizer-Sequenzer von seinem üblichen Ton und verbog sich um mindestens einen halben nach unten. Balint schaute verwirrt auf seinen Synthesizer; statt zu korrigieren, nahm er den neuen Klang auf und integrierte das Fragment schmunzelnd. Es klang wuchtig und völlig disharmonisch. Aber genau das brachte das Haus zum Kochen. Wow. Spannung kam auf, die Leute merkten, das etwas Unübliches passierte. Überhaupt war das ganze Konzert immer wieder von Überraschungen geprägt. Löhrer begann das Intro von Wanzka mit seiner selbstgebauten Grappa-Gitarre, verlängerte dieses wie üblich und stolperte plötzlich in einen Rhythm-and-Blues-Hook und Franck nahm das Riff auf und haute in die Pauke. Minutenlange Hypnose. Da war Improvisation: sie gesellte sich zur Erfahrung und brachte den Spass, sie forderte uns heraus und siegte über die Routine. Das sich die Band getraut und über sich hinauswächst, jeder einzelne und im Kollektiv cool bleibt ,wenn einer mal ausschert. Das war grandios. Und in dem Moment war ich sehr erfüllt. Und sehr stolz auf mein Rumpelorchester.

Kalabrese, im August 2014