Club Zukunft
Dienerstr.asse 33
8004 Zürich
Radio Futura
CLUB
ZINE
INFO
DREH MICH
ZUKUNFT

Club Zukunft
Dienerstrasse 33
8004 Zürich
info@zukunft.cl
ZUKUNFT

 
 
MO 24 04 17 19h, Bar3000 offen ab 18h, 18.–
Comedy in der Zukunft: Charles Nguela, Andreas Weber, Daniel Blum, Moderation: Zukkihund

Einer unserer liebsten Stammgäste, Charles Nguela, ist politisch inkorrekt eingestellt und offensichtlich optimal pigmentiert. In seinem Programm «Schwarz-Schweiz» lässt der junge Aargauer mit kongolesischen Wurzeln kein Klischee aus. Wir freuen uns auf ihn.
Wäsche waschen, Essen kochen, Klamotten kaufen. Frauensache? «Ganz sicher nicht!», weiss Single-Dad Andreas Weber, der als frischgebackener Junggeselle vor den Herausforderungen der Erziehung zweier pubertierender Söhne steht. In seinem nunmehr ersten Solo-Programm wird Andreas zum Ratgeber für geschundene Männer-Nerven und bieten der Frauenwelt Einblicke in die Psyche des angeblich starken Geschlechts.
Daniel Blum macht musikalisches Stand-Up-Kabarett. Er verpackt den alltäglichen Wahnsinn in liederlich vorgetragene Ukulele-Songs: Hintergründiger Humor, der sich bei Gelegenheit in den Vordergrund drängt.
Der Zukkihund ist ein geistig behinderter, sibirischer Husky. Seine Hobbies sind Tanzen, Reiten, Lesen, Drogen und Pilates. Er ist Mitgründer von «Comedy in der Zukunft». Das Heroin hat ihm sehr über seine Alkoholsucht hinweggeholfen, weswegen er sich stark für die Rechte afghanischer Mohnbauern einsetzt.

Links:

Vorverkauf:
Starticket

 
24 04 17
Comedy in der Zukunft

MO 24 04 17
Comedy in der Zukunft: Charles Nguela, Andreas Weber, Daniel Blum, Moderation: Zukkihund


25 04 17
The Legendary Lightness

DI 25 04 17
Plattentaufe: The Legendary Lightness, im Kaufleuten


26 04 17
Oum Shatt

MI 26 04 17
Bukowski: Konzert: Oum Shatt (Berlin), DJ Sasquatsch


27 04 17
Audiotheque

DO 27 04 17
DOSCI: 8 Jahre Audiotheque mit Boris Why, Huazee, Robel, Rodri


28 04 17
Butch

FR 28 04 17
Unite Family: Butch (Otherside, Rekids, Visionquest, D), Jimi Jules (Zukunft Rec.), Ezikiel, Joram


29 04 17
Talaboman aka John Talabot & Axel Boman

SA 29 04 17
The Night Land: Talaboman aka John Talabot (Hivern Discs, Barcelona) und Axel Boman (Studio Barnhus, Stockholm)


03 05 17
All XS

MI 03 05 17
Bukowski: Konzert: All XS (Oh Sister Rec., Zürich/Bern), DJs Mad Factory Players


04 05 17
Gallo

DO 04 05 17
DOSCI: Gallo „allnightlove“


05 05 17
Dollkraut

FR 05 05 17
Spezialmaterial & Lustpoderosa: Dollkraut (Dischi Autunno, NL), Jack Pattern (Lustpoderosa, Drumpoet, ZH), Cio (Spezialmaterial, ZH)


06 05 17
Der White Rauschen

SA 06 05 17
Rumpelnacht: Der White Rauschen live, Dario Rohrbach, Kalabrese


06 05 17
Obenuse Fest

SA 06 05 17
Obenuse Fest III: 25 Bands in 5 Locations


10 05 17
The Pack A.D

MI 10 05 17
Bukowski: The Pack A.D (Kanada), DJ Kay-Zee


11 05 17
Pasci & Alessandro Crimi

DO 11 05 17
DOSCI: Pasci (Friedas Büxe) & Alessandro Crimi


12 05 17
Tim Engelhardt

FR 12 05 17
Cologne Extra: Tim Engelhardt, Marcel Janovsky, Sampayo


13 05 17
The Golden Filter

SA 13 05 17
The Golden Filter live (Optimo Music, London/NYC), Jimi Jules (Zukunft Rec.), Alex Dallas (Drumpoet, Zukunft)


17 05 17
Apollo Static & The Interstellar Dust

MI 17 05 17
Bukowski: Apollo Static & The Interstellar Dust (Ketzerpop), DJ Apollo Static


18 05 17
Nicola Kazimir & Kalabrese

DO 18 05 17
DOSCI: Nicola Kazimir, Kalabrese


19 05 17
Lexx

FR 19 05 17
Futura : Lexx (Phantom Island), Manuel Fischer (Ozelot Ltd.), Ron Shiller (Fuga Ronto)


19 05 17
The Holydrug Couple

FR 19 05 17
Bukowski: Konzert: The Holydrug Couple (Sacred Bones, Chile)


20 05 17
The Drifter

SA 20 05 17
Loud Minority : The Drifter (Maeve, Berlin/Dublin), Sentiment (Miras)


24 05 17
HOVE

MI 24 05 17
Bukowski Dance: HOVE (Light of Other Days), Dubois (Spiracles_LES)


25 05 17
Eli Verveine

DO 25 05 17
DOSCI: Eli Verveine (Tardis) & Pochatz


26 05 17
The Analogue Cops

FR 26 05 17
Unite Family presents Memento Records: The Analogue Cops live (I), Idriss D (Memento Rec, Barcelona), Kalabrese (Rumpelmusig), Ezikiel (Cadenza)


27 05 17
Acid Pauli

SA 27 05 17
Acid Pauli (Notwist, Ouie, Berlin), John Player


29 05 17
Comedy in der Zukunft

MO 29 05 17
Comedy in der Zukunft: Kilian Ziegler, Christian Weiss, Pony M., Zukkihund, Moderation: Herr Richiger


31 05 17
Dirty Slips

MI 31 05 17
Bukowski: Konzerte: Dirty Slips (ZH), Blind Butcher (LU)


02 06 17
Neel

FR 02 06 17
Neel


03 06 17
The Block

SA 03 06 17
The Block


10 06 17
Acid Arab

SA 10 06 17
Acid Arab


15 06 17
Kikagaku Moyo

DO 15 06 17
Spezialmaterial & Bukowski: Konzert: Kikagaku Moyo (Japan)


23 06 17
Thomas Melchior

FR 23 06 17
Thomas Melchior


24 06 17
Mira & Chris Schwarz­wälder

SA 24 06 17
Mira & Chris Schwarzwälder


03 08 17
Selvagem

DO 03 08 17
Selvagem


 
 

Daniel Wang verneigt sich vor einem Pionier. Oder: Warum der Geist von David Mancuso weiterleben wird.

Die Fantasie und der Funken

Wenn du nach 1983 geboren wurdest, oder noch nie in New York warst, kann es sein, dass du gar nicht weisst, wer David Mancuso ist. Aber Du solltest es unbedingt wissen. Weil David Mancuso, der am 14ten November gestorben ist, Geschichte geschrieben hat. Ja, Mancuso ist der coolste DJ-Grossvater, den du nie getroffen hast.

Mit Mancuso ist es ein bisschen so, wie wenn man Rock-Fan ist und Radiohead mag. Als nächstes stösst man auf die Rolling Stones, entdeckt Jimi Hendrix und landet irgendwann bei Chuck Berry. Einem Musiker, der mit seiner elektrischen Gitarre einen so wunderbaren und warmen Sound macht, dass Herzen schmelzen. Ja, das ist der Stoff, von dem immer schon alle Teenager träumten. Und dann, vor etwa zwanzig Jahren, kam es in diesen Teenagerträumen zu einem Abtausch: das Mischpult ersetzte die Gitarre. Und die Welt füllte sich mit DJs. Die Zeit war reif für Hip-Hop und Techno. Irgendwann kamen dann USB Sticks, Ibiza und Boiler-Room-Videos.

Ein kleines Überlebenswunder

Aber so war es ja nicht immer, das weisst Du doch? Da war dieser jemand, der die Idee des DJs im Jahr 1970 erfand. Dieser jemand wurde weder reich noch wurde er superberühmt. Dieser Jemand war David Mancuso. Er machte das alles nur, um sich selbst und seine Freunde glücklich zu machen. Ihm war wichtig, dass der Sound wirklich gut klang. Die Atmosphäre, die stand für ihn über allem. Er mixte die Platten nicht, weil er fand, das jede Platte von Anfang bis zum Schluss gespielt werden sollte. Nur so kann sie wirklich ihren Geist sprechen lassen. Und während Clubs wie das Studio 54 und die Paradise Garage kamen und gingen, zog Mancuso sein eigenes Ding einfach weiter. Die Loft, sie war ein kleines Überlebenswunder.

Wenn du mehr über das Leben von Mancuso erfahren möchtest, und die Welt, die er mitschuf, dann lies das Buch "Love Saves The Day" von Tim Lawrence. Es ist nicht nur lehrreich  - es macht grossen Spass. Du wirst dich und deine Partyfreunde an vielen Stellen wieder erkennen. Ich schreibe diesen Artikel aber auch für Leute, die Mancuso schon kennen. Weil er ein Wegbereiter war. Einer, der den Pfad freigemacht hat. Für alle, die nach ihm folgten. Und immer noch folgen.

Sieben Klipschorn-Lautsprecher verschifft

Vor langer Zeit, da lebte ich in New York, während gut zehn Jahren. Ich war nicht regelmässig in der Loft, aber ein paar Mal da. David war immer freundlich und bescheiden. Ist es nicht genau das, was wir von unseren Heiligen und Helden erwarten? Ich half ihm auch mal eine Party in Tokyo zu organisieren. Dafür haben sie extra sieben riesige Klipschhorn-Lautsprecher aus Hokkaido verschifft! Aber Hand aufs Herz: Die Party war ein Misserfolg. Nach der ganzen Reiserei war das Team erschöpft. Und was David auflegte, hatte keine Logik noch reihte es sich gut nebeneinander. Die Tempi stimmten nicht, alte Soul-Platten kollidierten mit "House"-Nummern. Das japanische Publikum war gekommen, um andächtig einer Legende zu huldigen - aber weil es sich körperlich nicht einbrachte, hatte ihnen die Legende auch nichts zu bieten. Aber wieso ich das hier erzähle? Ironischerweise war die Nacht der beste Beweis dafür, woran David immer geglaubt hat. Der Erfolg einer Party hängt nicht von der Persönlichkeit eines berühmten DJs ab. Auch nicht von den Platten, die in seinen Taschen stecken. Was zählt sind ein offener Geist (LSD kann hier unterstützem!), ein offener Raum und die Teilnahme jedes Einzelnen. Es braucht Tänzer, keine Beobachter. David hat das schon immer gewusst. Wenn der Berghain-Club also das Fotografieren verbietet, dann leitet sich das wohl aus diesem spirit ab.

Wie unschuldige Schulkinder

In New York habe ich mitbekommen, wie Stammgäste völlig abgegangen sind an den Loft Reunion Partys. Ich bin mir ziemlich sicher, dass diese Anlässe nur noch ein Schatten der goldenen Loft-Jahre in den 70ern und 80ern waren. Damals, als diese Disco und Jazz-Funk-Platten wirklich frisch waren und sich die Gäste in Mancusos Loft einfanden. Seinem Wohnzimmer, das mit Ballonen überquoll. Sie tanzten da wie unschuldige Schulkinder - es gab kein Internet, es gab keine Compilation-CDs. Den Track, der lief, hast Du wohl nie mehr gehört, ausser du besassest das Vinyl. Genau aus diesem Grund bin ich zirka 1992 wie ein Verrückter in die Plattenläden und habe mir die 12-Inches der "Loft Classics" besorgt, meist in in doppelter Ausführung.

Aber Mancusos Geschichte fängt viel früher an, in einem Waisenheim. Er wurde 1944 geboren, und dem jungen David eingeprägt hat sich diese Erinnerung: an die katholische Nonne Schwester Alicia, die jedes Wochende für die Jungs eine Party veranstalte. Da wurde eine Platte nach der anderen gespielt und alle tanzten. Was haben sie damals bloss gehört, ums Jahr 1950 herum? Benny Goodman? Duke Ellington? Der Rock & Roll war ja noch gar nicht erfunden.

Es gibt ein paar "politisch korrekte" Menschen, die uns heute daran erinnern möchten, dass die Wurzeln von Disco und House schwarz und schwul sind. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. In erster Linie verkörperten die Ideale UND die Urheber der DJ-Kultur den Pluralismus. Im besten Sinn des Wortes. Mancuso war weder angelsächsischer, noch afro-amerikaner Herkunft - er war Italo-Amerikaner. Und für Pluralismus stand sein Publikum: Es war durchmischt. Mancuso war schwul, aber er fröhnte nicht dem typisch exzessiven Lifestyle eines Schwulen in den 1970ern. Sein Prüdheit - oder sagen wir besser: seine asketische Art - hat ihn wohl vor AIDS gerettet. Er verbrachte seinen Wochenenden nicht in Saunen. Mancuso gehört zu einer Handvoll DJs, die überlebt haben. Vielleicht, weil er schon lange dem Sex abschwor und sich dafür wie ein Zen-Mönch seiner spirituellen Berufung hingab: die Botschaft der Liebe verbreiten, mittels Musikaufnahmen.

Die Party geht immer weiter

In der Tat ist Mancuso ein würdiger Nachfolger der Berlinerin Charlotte von Mahlsdorf: einem der ersten offenen homosexuellen und transvestitischen Männern, der den Nazis trotzte. Er hatte hunderte von Spieluhren in seiner Sammlung: die spielte er immer ab, wenn er seine Freunde zu seinen Tanzpartys einlud. Und so schliesst sich ein Kreis - diese primitiven Metallscheiben waren im Grund die ersten Plattenspieler. Und wenn man nach einer Erklärung dafür sucht, warum schwule Männer eine so wichtige Rolle in der DJ-Kultur spielten: wenn dir ständig gesagt wird, dass du es schwer haben wirst, das Glück zu finden, fängst Du an, Schlösser zu bauen. Und so geht dann die Party immer weiter. Sie hört nie auf, in deiner Fantasie. Diese Idee, die da in Mancusos Kopf entsprang: sie war der Funken. Ein Funken, den wir alle in unsere Wirklichkeit übertragen können. Damit wir den Menschen um uns herum Freude schenken. Lasst die Platten sprechen. Lasst uns alle daran teilhaben. Love Is The Message!


Text: Daniel Wang

Übersetzung: Bjørn Schaeffner

None
None
SHOP